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Kraftwerk Bristen setzt Energiestrategie um

Die Kraftwerk (KW) Bristen AG konnte an ihrer Generalversammlung vom 12. März 2020 auf ein gutes Geschäftsjahr zurückblicken. Das Kraftwerk produzierte 16,7 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom.

Das reicht für die Versorgung von 3.700 Haushalten. 2018/19 war für das KW Bristen ein gutes Produktionsjahr, ohne allerdings das ausserordentlich hohe Niveau des Vorjahres zu erreichen. Vor allem in den Monaten April und Mai lag die Produktion unter dem Vorjahresniveau. Die CO2-freie Stromproduktion leistet einen wichtigen Beitrag an den Klimaschutz: das KW Bristen spart rund 21'000 Tonnen CO2 jährlich gegenüber einem Kohlekraftwerk ein. Die Verfügbarkeit des Kraftwerks lag bei hohen 98,9 Prozent, bis auf die ordentliche Jahresinstandhaltung war es das ganze Jahr über im Einsatz.

Potenzial der Wasserkraft schwindet stark
Bereits heute schon trägt die schweizerische Wasserkraft mit gegen 60 Prozent Anteil massgeblich zur inländischen Stromproduktion bei. Der Erhalt und weitere Ausbau dieser erneuerbaren, nachhaltigen und CO2-freien Energiequelle ist daher ein erklärtes Ziel der Energiestrategie 2050. Das Bundesamt für Energie (BFE) hat in einer 2019 erschienen Studie untersucht, ob der angestrebte Ausbau der Wasserkraft gemäss Energiestrategie 2050 aufgrund der vorhandenen Potenziale erreicht werden kann. Für die Kleinwasserkraft zeichnet die Studie ein eher düsteres Bild. Das Potenzial von neuen Klein-wasserkraftwerken ist von geschätzten 1600 GWh im Jahr 2012 auf aktuell maximal 550 GWh pro Jahr zurückgegangen. Das Potenzial der Kleinwasserkraft ist damit fast auf einen Drittel zurückgegangen. Dafür gibt es mehrere Gründe. So muss mit einem Wegfall geplanter oder bestehender Kleinwasserkraftwerke gerechnet werden, weil sich Investitionen nicht lohnen. Weiter führen strengere Restwasserbestimmungen zu einer tieferen Stromproduktion.

Kanton Uri gibt Gegensteuer
«Der Kanton Uri gibt sicher ein anderes Bild bezüglich Ausbau der Wasserkraft ab als die übrige Schweiz», erklärt Werner Jauch, Verwaltungsratspräsident der KW Bristen AG. «EWA hat zusammen mit seinen Partnern in den letzten Jahren insgesamt 116 Gigawattstunden bei der Kleinwasserkraft zugebaut. Das entspricht mehr als einem Viertel des gesamten Zubaus in der Kleinwasserkraft in der Schweiz in den letzten zehn Jahren. Wir geben also in Uri klar Gegensteuer und setzen die Energiestrategie um.» Die erfolgreiche Wasserkraftstrategie zahlt sich auch für Uri aus. Sie sorgt für lokale Wertschöpfung, Steuern und Wasserzinsen. Im letzten Jahre leistete das KW Bristen rund 600'000 Franken Beiträge an die öffentliche Hand.


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