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Pustertaler Gemeinde realisiert Doppel- Kraftwerk mit langer Vorgeschichte

Zwischen den ersten Plänen und der Inbetriebsetzung des neuen Kraftwerks Dun im unteren Pustertal lagen fast zwei Jahrzehnte. Die Gründe für den langen Vorlauf sind mannigfach.

Sie waren aber zu einem wesentlichen Teil den langwierigen Diskussionen über die Beteiligungen im Vorfeld sowie der fehlenden Rechtssicherheit hinsichtlich der italienischen Förder­situation geschuldet. Letzten Sommer konnten die beiden Projektpartner, die Gemeinde Vintl und die Energiegenossenschaft Pfunders, schließlich mit den Bauarbeiten beginnen. Seit Anfang Oktober dieses Jahres ist das Kraftwerk, das genau genommen aus zwei Anlagen mit jeweils einer eigenen Ableitung besteht, im Probebetrieb. Mit den beiden vertikalachsigen, mehrdüsigen Peltonturbinen aus dem Hause Geppert liefert das neue Kraftwerk Dun in der Ortschaft Pfunders jährlich durchschnittlich 6,5 Gigawattstunden sauberen Strom ans Netz. Damit ist die Gemeinde Vintl heute rein rechnerisch in der Lage, das gesamte Gemeindegebiet mit den vier Fraktionen mit Wasserkraftstrom zu versorgen.

Obgleich die Gemeinde Vintl mit ihren vier Weilern Niedervintl, Obervintl, Weitental und Pfunders alles mitbringt, was Touristen an Südtirol schätzen, spielt der Fremdenverkehr hier bislang noch keine allzu große Rolle. „Ein Grund dafür ist sicherlich, dass sich hier in Vintl schon seit langem einige größere und zum Teil auch sehr erfolgreiche Betriebe angesiedelt haben. Dank dieses wirtschaftlichen Privilegs ist der Ausbau des Tourismus bei uns ein wenig zu kurz gekommen“, erzählt der Bürgermeister der 4-Fraktionen-­Gemeinde Vintl, Dr. Walter Huber, mit ein wenig Bedauern. Er verweist darauf, dass man in Vintl daher schon immer auf andere wirtschaftliche Einnahmequellen baute. Dazu zählt neben einer starken Industrie seit längerem auch die Energiewirtschaft, im Speziellen die Wasserkraft. „Wir sind 2001 auf Gemeindeebene mit einem Gesamtkonzept gestartet, dessen Kern die Realisierung von drei Wasserkraftwerken bildete“, so Bürgermeister Huber. Während eines davon in den folgenden Jahren gebaut und in Betrieb genommen werden konnte, sollte sich die Geschichte um das dritte Kraftwerk, das E-Werk Dun, über viele weitere Jahre hinziehen.

Suche nach gemeinsamen Nenner
„Im Vorfeld wurde viel über die Beteiligungsstruktur der Kraftwerksgesellschaft debattiert. Dabei galt es, unterschiedliche Interessen unter einen Hut zu bringen – private ebenso wie jene der betroffenen Weiler. Es brauchte also seine Zeit, bis die Betreibergesellschaft stand“, erinnert sich Walter Huber. 2013 war es schließlich soweit: Das Projekt KW Dun erhielt die entsprechenden Ableitungskonzessionen. Zu diesem Zeitpunkt wurde die neue Betriebsgesellschaft zu 30 Prozent von der Gemeinde Vintl, zu weiteren 30 Prozent von der landeseigenen SEL, sowie zu 40 Prozent von der eigens dafür gegründeten Energiegenossenschaft Pfunders gehalten. Doch dies sollte sich noch ändern. Mit einer Gesetzesänderung, wonach sich das Land Südtirol aus Wasserkraftprojekten unter einer installierten Leistung von 3 MW zurückzieht, fielen die Beteiligungen des Landes beim Kraftwerk Dun an die Gemeinde Vintl zurück, die heute 60 Prozent der Anteile hält.

Grünes Licht am Ende des Tunnels
Die 2013 erteilte Ableitungskonzession sollte allerdings noch keineswegs grünes Licht bedeuten. Noch fehlte die Zustimmung für die staatliche Ökostromförderung. „In Summe beläuft sich das gesamte Projekt auf eine Investitionssumme von 8 Millionen Euro. Wirtschaftlich sinnvoll darstellen ließ es sich nur auf Basis der Ökostromförderung – und die blieb uns anfänglich verwehrt“, erzählt der Bürgermeister, der heute zugleich Präsident der Betreibergesellschaft ist. In den Jahren 2013 und 2014 schaffte man es nicht auf die Liste jener 125 Ökostromprojekte im Kontingent der staatlichen Ökostromförderung, im Jahr darauf wurde sie ausgesetzt. Erst 2016 gelang der Sprung auf den Listenplatz, wenn auch denkbar knapp. Walter Huber: „Auf der Liste mit 125 Projekten wurde unser Projekt an der 123. Stelle gereiht. Dieses knappe Hineinrutschen bedeutete für uns in der Folge eine weitere Verzögerung. Der Grund dafür waren die Rekurse einiger Projektwerber, die es nicht auf die Liste geschafft hatten. Die Rekurse richteten sich in erster Linie gegen die Kriterien der Erstellung der Liste.“ Angesichts des schwelenden Rechtsstreits waren die Banken in der Folge sehr zögerlich mit Kreditvergaben geworden. Doch die Projektinitiatoren unter der Führung von Walter Huber kämpften weiter – und wurden schließlich zwei Jahre später für ihren langen Atem belohnt. „Im Frühling 2018 sind die Rekurse zurückgezogen worden. Damit herrschte nun Rechtssicherheit, sodass die Banken grünes Licht für den Kredit gaben. Bauen konnten wir damit aber immer noch nicht, da sich vor uns noch eine weitere Hürde aufgebaut hatte: Die Ableitungskonzession verfällt, sollte nicht innerhalb von fünf Jahren gebaut werden – und genau dieses Szenario drohte uns. Obwohl wir diesen bürokratischen Stolperstein glücklicherweise relativ rasch aus dem Weg räumen konnten, bedeutete diese letzte Verzögerung in weiterer Konsequenz, dass die Planungen für einen Baubeginn im Spätsommer überarbeitet und angepasst werden mussten“, erinnert sich der Bürgermeister. Für die beauftragten Bauteams sollten sich dadurch zusätzliche Herausforderungen ergeben.

Zwei Kraftwerke unter einem Dach
Streng genommen handelt es sich beim Kraftwerk Dun um zwei getrennte Kraftwerke, deren Maschinensätze unter einem Dach untergebracht wurden. Mit dem Weitenbergerbach und dem Pfundererbach werden zwei unterschiedliche Bäche genutzt, es wurden zwei separate Wasserfassungen, zwei separate Druckrohrleitungen errichtet und das Triebwasser wird in unterschiedlichen Turbinen abgearbeitet, sogar die Rückgabekanäle und die Einspeisungen sind voneinander getrennt. Die strikte Trennung der beiden Anlagen rührt von den unterschiedlichen Leistungsdimensionen her, die letztlich ein unterschiedliches Niveau des Fördertarifs nach sich ziehen.
Gemeinsam haben die Anlagen, dass es sich um Hochdruck-Anlagen handelt. Das abgearbeitete Wasser gelangt nach der Rückgabe direkt zur Wasserfassung der Ableitung nach Meransen, wo das Wasser durch einen 11,3 km langen Stollen zum Großkraftwerk Mühlbach geleitet wird. Das neue Kraftwerk Dun stellt somit eine Art Oberlieger-Anlage zu jener in der Nachbargemeinde dar.
Schwierige Bedingungen in der Klamm
Beide Kraftwerke sind im hochalpinen Bereich situiert. Während die Wasserfassung der Ableitung Weitenbergerbach auf 1.460 m Seehöhe gelegen ist, wurde jene der Ableitung Pfundererbach sogar auf 1.626 m errichtet. „Bedingt durch die Verzögerung der Erteilung der GSE-Zusage bis Mitte Sommer ergaben sich sowohl für die Errichtung der Fassungen als auch für die Verlegung der Druckrohrleitungen wesentliche Änderungen und zusätzliche Herausforderungen“, erklärt der Projektleiter Geom. Markus Gruber vom Brixener Planungsbüro EUT Engineering GmbH. „Nachdem die Verträge für die Rohrverlegung erst im September unterzeichnet werden konnten, war die Verfügbarkeit der Rohre erst im Oktober gegeben“, so Gruber.
Grundsätzlich stellte der Bau der Fassung am Weitenbergerbach eine erhebliche Herausforderung dar. Das lag vor allem an den beengten räumlichen Bedingungen in der engen Duner Klamm, die zudem auch von Steinschlag und im Winter durch Lawinenabgänge gefährdet ist. Zudem gilt der Weitenbergerbach auch als echter Wildbach, der nach Regenfällen schnell anschwillt und zudem große Mengen an Sedimentfracht mit sich bringt. „Aus diesem Grund haben wir uns hier für ein klassisches, robustes Tirolerwehr entschieden. Außerdem haben wir einen langen Doppelkammer-Sandfang mit 22 m Länge angeschlossen, um die Sedimente vom Triebwasserweg fernzuhalten“, erklärt Markus Gruber. Aufgrund des verspäteten Baubeginns bei der Fassung Weitenbergbach und der dort eingeschränkten Arbeitsmöglichkeiten wurde eine zusätzliche Baustelleneinrichtungsfläche samt Zugangsturm errichtet, da parallel zu den Betonarbeiten am Einlaufbauwerk noch der Aushub fertig gestellt werden musste. Bis Wintereinbruch wurde das gesamte Einlaufbauwerk sowie die Hälfte der Entsanderkammern errichtet. Mit Frühjahr 2019 wurden die Arbeiten wieder aufgenommen, das Fassungsbauwerk konnte bis Mitte Juli dieses Jahres fertiggestellt werden.

Stahlwasserbau aus dem Passeiertal
Die unerwarteten Verzögerungen für den Baustart vereitelten den Baustart an der Wasserfassung im hinteren Pfunderertal für 2018 komplett. Die Witterungsbedingungen im Spätherbst über 1.600 m erforderten eine Verschiebung der Arbeiten in den Frühling 2019.
Im Gegensatz zur Fassung am Weitenbergerbach wurde hier ein Coanda-Rechen installiert, der von der Firma Gufler Metall aus Moos in Passeier geliefert und montiert wurde. Das circa 9 m breite Coanda-System ist auf ein Schluckvermögen von 500 l/s ausgelegt. Die Vorteile von Coanda-Rechen im alpinen Bereich ist bekannt: Sie sind einerseits sehr wartungsarm und filtern andererseits effektiv und zuverlässig Sedimente aus dem anströmenden Triebwasser. Hinzu kommt, dass Coanda-Rechen auch im Winter bei Eis und Schnee in der Regel ausgezeichnet funktionieren. Der gesamte Stahlwasserbau wurde vom bekannten Branchenprofi Gufler Metall ge- liefert, angefangen von den elektrisch bzw. hydraulisch betriebenen Schützen für beide Fassungen bis hin zu den Rohrbruchsicherungsklappen mit Fallgewicht und Aus-         lösemechanismus, Ausbaustück und Mini-Hydraulikanlage – einmal in der Dimension DN800 für die Anlage Weitenbergerbach und einmal in der Dimension DN600 für die Ausleitung Pfundererbach. Für die Fassung am Weitenbergerbach steuerte Gufler Metall nicht nur das 7 m breite Tirolerwehr bei, sondern auch zwei Feinrechen, sowie das Einlaufrohr mit Konus und Anschlussflanschen für die Druckrohrleitung DN800. Mit dem Doppel-Kraftwerk Dun konnte das erfahrene Unternehmen aus dem Passeiertal einmal mehr seine Qualitäten im Stahlwasserbau unter Beweis stellen und kann damit auf eine weitere Referenz in seiner Firmengeschichte verweisen.

Aufwändige Rohrverlegung im Steilhang
Durch teilweise sehr schwieriges, felsiges Terrain wurde einerseits die Druckrohrleitung für die Ableitung Weitenbergerbach über eine Länge von 1.123 m in DN800 unterirdisch verlegt. Über insgesamt 1.965 m erstreckt sich die Druckrohrleitung für die Ableitung Pfundererbach in DN600. Die gesamten Rohrverlegungsarbeiten waren durchaus anspruchsvoll. In Summe mussten vier Unterquerungen der Bäche erstellt werden, dabei wurde die Leitung in einem Rohrgraben verlegt, der stellenweise auf bis zu 9 m Tiefe hinunterreichte, um eventuelle Hoch- oder Tiefpunkte zu vermeiden. Die Mindestüberdeckung lag bei 1,5 m.
Dem Bauteam von Ploner Bau, bzw. dem beauftragten Subunternehmen Brunner & Leiter aus Weißenbach im Ahrntal, gelang es innerhalb von 5 Monaten die insgesamt fast 3,2 km langen Druckrohrleitungen für das neue Doppel-Kraftwerk zu verlegen. Parallel zu den Gussrohren wurden im Rohrgraben auch ein Kabel für die Stromversorgung sowie LWL-­Kabel für Internet und Kraftwerkssteuerung mitverlegt.
Im Nachhinein findet Bürgermeister Walter Huber durchwegs lobende Worte für die einheimischen Baufirmen, die nicht nur schnell und kompetent gearbeitet hätten, sondern sich darüber hinaus auch stets sehr flexibel präsentiert hätten: „Mit der baulichen Umsetzung können wir sehr zufrieden sein. Es gab zahlreiche Aufgaben zu meistern, wie etwa den Bau einer temporären Bachquerung oberhalb der Maschinenhausbaustelle im ersten Bauabschnitt, bevor die neue Zufahrtsbrücke errichtet wurde. Oder: Dass es der Kooperation von Gasser Markus und Brunner & Leiter gelungen ist, die Zufahrtstraße zum Gasthof auf der Bodenalm auch in den Zeiten des Schmelzwassers permanent offen zu halten. Das war eine logistische Meisterleistung.“

Schutz vor Eisbruch und Lawinen
Ein keineswegs unwesentlicher Bestandteil des gesamten Bauvorhabens betraf eine Ausgleichsmaßnahme, die sowohl baulich als auch wirtschaftlich höchst aufwändig war – und noch nicht fertig realisiert wurde: eine nagelneue Steinschlag-Galerie am Eingang zur Duner Klamm. „Durch diese Engstelle mit teilweise überhängenden Wänden führt der Weg hinauf zu einem Weiler der Fraktion Pfunders, in dem noch einige Höfe angesiedelt sind. Der höchstgelegene noch bewirtschaftete Hof auf 1.620 m Seehöhe liegt in diesem Bereich. Um diesen Bewohnern eine bessere und vor allem sicherere Zugänglichkeit zu gewährleisten, hat man sich als Ausgleichsmaßnahme darauf geeinigt, hier eine neue Galerie zu errichten“, erzählt Bürgermeister Huber. „Wir haben den ersten Teil der insgesamt 270 m langen Galerie bereits 2017 gebaut, bevor es mit den spezifischen Kraftwerksarbeiten begann. Der zweite Teil wird kommendes Jahr finalisiert. In der Zwischenphase galt es alle Energien auf die Umsetzung unseres Doppel-Kraftwerks zu bündeln.“ Rund 800.000 Euro flossen alleine in die neue Steinschlag-Galerie. Für die Bewohner im hinteren Teil des Tals ein wahrer Segen. Schließlich war der Weg bislang nicht nur gefährdet durch Steinschlag und Eisbruch, sondern im Winter immer wieder durch Lawinenabgänge versperrt.

Harmonisch in Landschaft integriert
Auf rund 1.370 m Seehöhe, etwas oberhalb von jener Stelle, wo das Wasser des Pfundererbachs in die Wasserfassung der Eisackwerke eingespeist wird, wurde der Platz für das neue Maschinenhaus gewählt. Es wurde nach den Plänen von EUT Engineering an jener Stelle errichtet, an der zuvor ein altes Wärterhäuschen stand, das der SEL gehörte. „Hier wohnte einst der Schleusenwärter, der für die Ableitung zum Kraftwerk Mühlbach verantwortlich war. Das alte Gebäude war schon in die Jahre gekommen und nicht mehr sehr ansehnlich. Wir haben es von der SEL erworben, es war der ideale Standort für die neue Anlage“, so Walter Huber.
Um das neue Maschinenhaus mit dem Lkw erreichen zu können, wurde eine eigene Zufahrt mit einer Brücke errichtet. Im Zuge der Bauarbeiten für Maschinenhaus und Rohrkünette stießen die Bauteams immer wieder auf jene markanten grünen Findlinge aus Serpentin-Gestein, für die das Gemeindegebiet bekannt ist. Die Findlinge wurden nicht nur sehr passend in die Landschaft integriert und im Umfeld der neuen Maschinenzentrale aufgestellt, darüber hinaus beschloss man auch, das grüne Gestein als ortstypisches Element für die Gebäudefassade zu verwenden. Das neue Maschinenhaus fügt sich damit hervorragend in die Naturlandschaft ein, ohne seinen technischen Charakter zu verleugnen.

Kleinere Maschine mit mehr Power
Im Inneren beherbergt das großzügige Gebäude die beiden Maschinensätze der jeweiligen Ableitungen. Es handelt sich entsprechend ihrer Auslegung um unterschiedlich große, vertikalachsige Peltonturbinen aus dem Hause Geppert, die jeweils einen direkt gekoppelten Generator vom Fabrikat Hitzinger antreiben. Interessanter Weise stellt der kleinere der beiden Maschinensätze den leistungsstärkeren Teil des Doppel-Kraftwerks dar. In diesem Fall gilt: Fallhöhe schlägt Triebwassermenge. Während die 6-düsige Turbine der Ableitung Weitenbergbach auf eine Fallhöhe von 98,5 m und einen maximalen Durchfluss von 950 l/s ausgelegt ist und damit auf eine Ausbauleistung von 836 kW kommt, erreicht der Maschinensatz Pfundererbach bei einer Netto-Fallhöhe von 250 m und einer Ausbauwassermenge von maximal 500 l/s eine Ausbauleistung von 1.112  kW. Die Düsenregelung wird bei beiden Turbinen mittels elektrischer Antriebe vorgenommen.
Geliefert wurden die beiden Maschinensätze im Juni bzw. Juli dieses Jahres. Nachdem Anfang September die Trockeninbetriebnahme erfolgreich durchgeführt werden konnte, folgte einen Monat später die Nassinbetriebnahme der beiden Maschinensätze.
Für die gesamte elektro-­mechanische Ausrüstung des Kraftwerks zeichnete das Konsortium EN-CO/Geppert verantwortlich, das sich im Rahmen der Ausschreibung durchsetzen konnte. Die Südtiroler-Tiroler Kooperative hat in den letzten Jahren schon häufig das gemeinsame Know-how unter Beweis gestellt. Während der E-Technik-Spezialist EN-CO aus Ratschings für eine moderne und effiziente Steuerung und Automatisierung der Anlage sorgt, liefert der traditionsreiche Turbinenbauer aus Hall leistungsstarke Turbinen am Puls der Zeit. Das neue Kraftwerk Dun gilt als weitere Referenz der gelungenen Zusammenarbeit.

Ende eines steinigen Wegs
Seit 4. Oktober dieses Jahres ist das neue Doppel-Kraftwerk im Probebetrieb. Die ersten Wochen liefen bereits sehr erfolgversprechend, wie auch der verantwortliche Kraftwerksleiter Sebastian Brunner bestätigt: „Derzeit arbeiten die Firmen ENCO und Geppert noch an den Feinjustierungen. Aber grundsätzlich läuft die Anlage bereits sehr ruhig und effektiv. Bis zum Frühling, wenn die Schneeschmelze einsetzt, werden die beiden Maschinen dann perfekt vorbereitet sein.“ Zusammen werden die beiden Anlagen im Regeljahr rund 6,5 GWh sauberen Strom erzeugen, der in unmittelbarer Nähe des neuen Krafthauses ins 20 kV-Netz der Edyna, einer Alperia-Tochtergesellschaft, eingespeist wird.
Für die Gemeinde Vintl bedeutet die Inbetriebnahme des Kraftwerks das Ende eines langen und mühsamen Wegs. Vorrangig stellt das Kraftwerk aber eine wichtige Einnahmequelle für die 4-Fraktionen-Gemeinde dar. In Vintl weiß man um die nachhaltige Bedeutung dieser Anlage, die dazu beiträgt, dass die Südtiroler Gemeinde heute mit ihrer Beteiligung am Kraftwerk Winnebach in Terenten und ihrem 1,7 GWh-Trinkwasserkraftwerk immerhin selbst rund 8 GWh Ökostrom im Jahr erzeugt. Rein rechnerisch reicht dies zweifellos aus, um sämtliche Haushalte der 3.300-Seelen-Gemeinde mit Strom aus eigenen Wasserkraftressourcen zu versorgen.


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