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wider den bodenbedingungen: gussrohre werden für gewässerschutz auf pfähle gelegt

Auch die Straße produziert Abwasser, das gereinigt werden muss – dafür trägt die ASFINAG mit Gewässerschutzanlagen ­entlang österreichischer Autobahnen und Schnellstraßen Sorge.

Ganze 1.700 Anlagen verteilen sich über das Straßennetz, ­ein aktuelles Bauprojekt befindet sich im Vorarlberger Koblach, an der Grenze zur Schweiz. Damit das gesamte Abwasser ­ordnungsgemäß in die Sammelbecken fließt, wurde eine stabile Leitung in Kanal-auf-Pfahl-System gelegt. Mit dabei: die ­duktilen Gussrohre von TRM Tiroler Rohre.

Rund 1.700 sogenannte Gewässer­schutz­anlagen sind auf Österreichs Autobahnen in Betrieb, um das Abwasser von der Fahrbahn zu sammeln und zu reinigen. Auch an der Vorarlberger A14 stehen zahlreiche dieser Anlagen und sorgen für optimale Säuberung des Abwassers. Auf Höhe der ­mittig zwischen Dornbirn und Feldkirch ­gelegenen Gemeinde Koblach wurde eine wasserrechtliche Sanierungsmaßnahme der ASFINAG umgesetzt. „Die Sanierungs­maßnahme sah vor, dass das Autobahnoberflächenwasser nicht mehr direkt in einen Bach beziehungsweise in einen Entwässerungsgraben geleitet werden darf und über eine Gewässerschutzanlage (GSA) gefiltert werden muss“, erläutert Ing. Patrick Frank, Bauleiter des beauftragten Bauunternehmens Wilhelm + Mayer Bau.

Gewässerschutzanlagen verpflichtend
Die ASFINAG als Straßenerhalter ist unter anderem verantwortlich für die Errichtung und Sanierung von Entwässerungsanlagen. Sämtliche bereits in Betrieb befindlichen Anlagen unterliegen strengen Auflagen seitens der Wasserrechtsbehörde. Bei Neubau- und Sanierungsprojekten sind Gewässerschutzanlagen grundsätzlich verpflichtend vorgeschrieben. Traditionell beruhen solche Anlagen auf einem System von zwei Becken. Im ersten Becken wird das gesammelte Wasser beruhigt, damit sich die Schwebstoffe absetzen können. Der zurückgehaltene Schlamm wird von Spezialfirmen abgesaugt und fachgerecht entsorgt. Im zweiten Becken sickert das vorgereinigte Wasser durch ein Filtermaterial (meist ein technischer Filter), und die Schadstoffe werden von diesem Material zurückgehalten.
Das gereinigte und gefilterte Wasser lässt man anschließend entweder ins Grundwasser versickern oder in einen Vorfluter, wie etwa einem Bach oder Fluss, einleiten. Die Einhaltung der Grenzwerte für die Abwässer aus den Gewässerschutzanlagen wird regelmäßig von darauf spezialisierten Labors überprüft.

Wasserrechtliche Sanierung auf A14
Bei der wasserrechtlichen Sanierung Klaus- Koblach wurde auf der A14 der Bereich von Kilometer 29,29 bis 32,35 auf den neuesten Stand gebracht. Dabei wurden bestehende Leitungen umgebaut und abgedichtet, teilweise neue gebaut und neue Gewässerschutzanlagen errichtet. „Auch ein anderer Teilabschnitt der A14, der Rheintalautobahn, wurde in diese GSA eingebunden, außerdem beinhaltete dieses Projekt auch noch zwei weitere GSA-Anlagen“, führt Patrick Frank aus. Die Angebotssumme von Wilhelm + Mayer Bau beläuft sich auf netto 2,2 Mio. Euro. „Die Gesamtkosten für die wasserrechtliche Sanierung in diesem Bereich werden zur Gänze von der Asfinag getragen“, so der zuständige Projektleiter Walter Nussbaumer von der ASFINAG Bau-Management. Die größte Filteranlage entsteht derzeit in Koblach. 40 Meter lang und sieben Meter breit wird das Becken sein. Mit einer Tiefe von vier Metern kann es das Oberflächenwasser der Autobahn auch bei einem zehnjährlichen Hochwasserereignis aufnehmen und reinigen. Nach der Filterung wird es dann dosiert in einen kleinen Kanal Richtung Koblacher Ried abgeleitet. Weitere Projekte der ASFINAG sind bereits in Planung, sodass das Regenwasser auf dem gesamten Abschnitt der Rheintalautobahn erst durch einen Filter läuft, bevor es weitergeleitet werden kann.

Stabile Kanalleitung aus Gussrohr
Der Weg zum Filter wird über eine stabile Kanalleitung zurückgelegt, wobei die Rohre in unterschiedlichen Materialien gefertigt wurden. Etwa 400 lfm wurden als Polypropylenrohre, weitere 60 lfm Rohrlänge in Stahlbeton und der Großteil – 600 lfm – wurden als duktile Guss­rohre geliefert. Die Gussrohre DN 500 wurden von TRM Tiroler Rohre gestellt. Die Wahl fiel auf das Unternehmen wegen „der bereits guten Erfahrungen mit TRM in der Vergangenheit“, berichtet der Bauleiter.

Kanal-auf-Pfahl-System wegen schlechten Bodenbedingungen nötig
Im Baustellenbereich erwartete die Tiefbau-Spezialisten von Wilhelm + Mayer Bau sehr torfiges Bodenmaterial, und ein hoher Grundwasserstand. „Es handelte sich um sehr schlechte Bodenbedingungen, es war nass und schlammig“, berichtet Patrick Frank. Aufgrund des schlecht tragfähigen Materials musste mit einer Pfahlgründung bis in die Kiesschichte nachgeholfen werden. Die Fundierung von Rohrleitungen ist in gering tragfähigen Böden zur Vermeidung von ungewünschten Setzungen im Kanal- und Wasser­leitungsbau nötig. Softwareunterstützte Dimensionierung von pfahlgelagerten Rohrsystemen helfen bei der Planung seitens TRM. 10 Meter lange Holzpfähle mit 2 m langen Betonaufsätzen wurden für die notwendige Stabilität in den Boden gerammt. Viele der straßenbaulichen Leistungen für den Umweltschutz sind für den Verkehrsteilnehmer oft gar nicht sichtbar. Im Fall von Gewässerschutzanlagen deswegen, weil sie wie eine Wiese grün und dicht bewachsen sind. Bis zu 40 Prozent der Gesamtkosten beim Neubau oder auch bei einer Generalsanierung eines Streckenabschnittes fließen in „grüne“ Maßnahmen wie die GSA in Koblach.


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