Energie AG lud zum Lokalaugenschein beim Neubau des Kraftwerks Traunfall

28. August 2026, Lesedauer: 3 min

Bild: © Energie AG / Lauringer

Mit dem Neubau des Laufwasserkraftwerks Traunfall entsteht in Roitham, Oberösterreich, ein wichtiger Baustein für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung. Etwa ein Jahr nach dem offiziellen Spatenstich machten sich am 1. Juli Tunnelpatin Michaela Langer-Weninger und Energie AG CTO Alexander Kirchner persönlich ein Bild vom aktuellen Baufortschritt. Mit einem Investitionsvolumen von rund 190 Millionen Euro entsteht das drittgrößte Kraftwerk der Energie AG an der Traun und damit saubere Energie für 35.000 Haushalte. Die Inbetriebnahme des Kraftwerks Traunfall ist für 2028 geplant.

Neubau des Kraftwerks Traunfall: Große Baustelle mit Kran und Betonfundamenten direkt am Flussufer der Traun im Wald.
An der Wehranlage begannen im Sommer die Betonarbeiten.
© Energie AG / Lauringer

Kraftwerk Traunfall nimmt Gestalt an

Ein Jahr nach dem Spatenstich sind die Baufortschritte bei dem technisch anspruchsvollen Kraftwerksprojekt eindrucksvoll zu sehen. „Der Neubau des Kraftwerks Traunfall verbindet modernste Technik mit nachhaltiger Bauweise. Durch die vorhandene Fallhöhe, die optimierte Nutzung des Wasserdargebots und den verbesserten Wirkungsgrad wird die Stromerzeugung um ca. 80 % auf 125 GWh pro Jahr gesteigert“, sagt Energie AG-CTO Alexander Kirchner. Bereits in der Projektierung wurde den sensiblen ökologischen Rahmenbedingungen besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Der Traunfall bleibt in seiner natürlichen Schönheit unberührt.
„Bei jedem Besuch bin ich aufs Neue beeindruckt, welche Fortschritte hier in kurzer Zeit erzielt werden. Das zeigt, mit welcher Professionalität und welchem Engagement das gesamte Projektteam an der Umsetzung arbeitet“, betonte Tunnelpatin Michaela Langer-Weninger beim Lokalaugenschein.

Lokalaugenschein beim Neubau des Kraftwerks Traunfall: Fünf Personen in Warnwesten im Tunnelvortrieb neben einem Bagger.
Projektleiter Maximilian Zillig (Energie AG Tech Services), Peter Stöckler (Geschäftsführer Energie AG Erzeugung), CTO Alexander Kirchner, Tunnelpatin Michaela Langer-Weninger, Projektleiter Stellvertreter Rafael Putz (Energie AG Tech Services) beim Lokalaugenschein in Roitham (v.l.)
© Energie AG / Lauringer

Vortrieb des Unterwasserstollens gestartet

Mitte Juni 2026 startete der Vortrieb des rund 100 Meter langen Unterwasserstollens. Der bis zu 16 Meter hohe und 15 Meter breite Stollen zählt zu den größten Bauabschnitten des Projekts. Der Unterwasserstollen wird bei laufendem Betrieb der Bestandsanlage bis zum bestehenden Krafthaus Traunfall vorgetrieben. In den vergangenen Wochen konnte die Energie AG mit den ausführenden Unternehmen den Aushub für den Oberwasserstollen etwa 330 m vortreiben und damit zu 90 % ab­schließen. Der Innenausbau wird voraussichtlich in den Sommermonaten abgeschlossen. Aktuell wird die Ortbetoninnenschale errichtet. In Summe beträgt die Länge des Oberwasserstollens und des Oberwasserkanals bis zur Wehranlage in etwa 700 Meter. Das noch fehlende Stück des Oberwasserstollens bis zum alten Einlaufbauwerk wird nach der Stilllegung des alten Kraftwerks Traunfall im Herbst 2027 hergestellt.

Baufortschritt an Wehr und Krafthaus

Im Stauraum werden nach der Laichperiode die Bauarbeiten fortgesetzt und die neu geschaffenen Flächen im Anschluss ökologisch gestaltet und wieder bepflanzt. An der Wehranlage beginnen mit dem Abschluss der Baugrubenumschließung und der laufenden Aushubarbeiten die umfangreichen Betonarbeiten. Ab Anfang August folgen die Stahlwasserbauarbeiten, ein sichtbarer und zentraler Schritt für die Wehranlage des zukünftigen Kraftwerks. Gegen Ende des Sommers wird schließlich eines von drei Wehrsegmenten eingehoben.
Im Bereich des Krafthauses sind die Arbeiten an den bis zu 40 Meter tiefen Bohrpfählen abgeschlossen. Aktuell findet der Aushub der sogenannten „tiefen Baugrube“ statt, der etwa 25 Meter tief und beinahe senkrecht erfolgt.

Erschienen in zek HYDRO, Ausgabe 4/2026