Der eco²-Fischpass: Kostensparende Fischaufstiegshilfe für Wasserkraftanlagen
Bild: © Georg Seidl

© Georg Seidl
Der Modifizierte Denilpass (eco²-Fischpass) ist eine Weiterentwicklung des Standard-Denilpasses – seit jeher eine der kostengünstigsten Fischwanderhilfen –, welche an der TU Graz in mehrjähriger Entwicklung vorgenommen wurde. Dabei bestand die Zielsetzung darin, eine schnell zu errichtende, kostengünstige, einfach einzubauende, platz- und wassersparende Fischaufstiegshilfe zu entwickeln, welche auch in der Praxis durch den einfachen Betrieb und den deutlich reduzierten Wartungsaufwand besticht und dabei die ökologische Funktionalität vollumfänglich erfüllt. Nebenbei generiert sie durch den stark reduzierten Betonbau auch positive Auswirkungen auf die Umwelt. Entgegen dem ursprünglichen Standard-Denilpass erfüllt diese Fischaufstiegshilfe die gegenwärtigen ökologischen Anforderungen hinsichtlich der Fischpassierbarkeit.

© Georg Seidl
Kompakte Fischaufstiegshilfe für kleine Gewässer und Wasserkraftanlagen
Für die Fischaufstiegshilfe gibt es je nach Bemessungsfisch fünf Baugrößen wobei die Breite des Fischpasses von 25 bis 60 cm reicht. Der für die Fischpassierbarkeit maßgebende Lamellenausschnitt beträgt dabei 15 cm (für Fischlängen ≤ 40 cm) bis 36 cm (für Fischlängen ≤ 100 cm). Als Bemessungskriterium ist dabei die 3-fache Fischbreite (fb) für den Lamellenausschnitt (ba) heranzuziehen.
eco²-Fischpass reduziert Dotation und Platzbedarf
Der Vorteil gegenüber konventionellen Fischaufstiegshilfen liegt neben der Kostenersparnis und dem geringeren Platzbedarf vor allem in der geringen Dotation. So kann diese Fischwanderhilfe bereits ab einer Dotation von 20 l/s betrieben werden und liefert damit noch nie dagewesene Möglichkeiten, welche vor allem an kleinen Bächen äußerst vorteilhaft für den Betrieb von Wasserkraftanlagen sind. Entgegen automatisierten Systemen benötigt der Fischpass keinerlei Steuerungselemente und schadensanfällige Baukomponenten wodurch die Attraktivität dieser Fischwanderhilfe zusätzlich steigt. Die Wartung erfolgt durch einfache Spülvorgänge welche durch das Entfernen der ziehbaren Lamellen ermöglicht werden. Damit kann die Fischaufstiegshilfe in wenigen Minuten gereinigt und wieder in Betrieb genommen werden.
eco²-Fischpass bewährt sich an über 30 Standorten
Der Modifizierte Denilpass wurde bislang an 33 Standorten errichtet, wobei der Einsatzbereich von bestehenden Sohlstufen über Wasserfassungen im Hochgebirge bis hin zu Wehranlagen an Tieflandflüssen reicht. Derzeit sind über 50 Projekte in Planung bzw. Bewilligung. Aufgrund der kompakten Bauweise wurden zuletzt vermehrt Projekte an Anlagen mit Wasserfassungen in Form eines Tirolerwehres umgesetzt, wo der Fischpass eine Optimallösung darstellt. Da der Fischpass mit einer klappbaren Gitterrostabdeckung geliefert wird, sind negative Einflüsse durch Geschiebeeintrag etc. hier ausgeschlossen. Vor allem die Tatsache, dass andere Fischaufstiegshilfen erst ab einer Dotation von 80 l/s eingesetzt werden können, liefert bei Anlagen an kleinen Gewässern, wo die Basisdotation der Restwasserstrecke deutlich unter dieser Dotation liegt, enorme wirtschaftliche Vorteile. Die Vorteile dieser Technologie fanden neben dem Einsatz an Wasserkraftanlagen auch für die Wiederherstellung der Durchgängigkeit an einer Wehranlage für Bescheihungszwecke am Kirchheimerbach oder an einer bestehenden Sohlstufe am Stainzbach Anwendung. Im Rahmen dieses Beitrags werden unterschiedliche Anordnungsvarianten des Fischpasses an verschiedenen Gewässern dargestellt.
Bewährte Fischaufstiegshilfe erleichtert Planung und Genehmigung
Aufgrund der zahlreichen errichteten Anlagen und den damit in Verbindung stehenden biologischen Monitorings entspricht der Fischpass in vielen Fischregionen bereits dem Stand der Technik. Da gegenwärtig in Österreich die Sanierungsverordnungen in den Bundesländern wirksam sind, in welchen die Wasserkraftbetreiber aufgefordert werden, die Fischpassierbarkeit herzustellen, wird mit dem eco²-Fischpass eine Möglichkeit geboten, diese Anforderungen möglichst sparsam, ökologisch effizient und bewilligungsfähig durchzuführen. Für die Planung der FAH werden vom Hersteller fertige CAD-Dateien für Grundriss und Längenschnitt bereitgestellt, die Bemessungsgrundlagen sind im 1. Beiblatt zum FAH-Leitfaden (Modifizierter Denilpass) auf der Seite des Bundesministeriums (BMLUK) verfügbar. Somit sind auch sämtliche Hürden für die Planung der Fischaufstiegshilfe ausgeräumt und das System kann von jedem Ingenieurbüro einfach durchgeführt werden.
Erschienen in zek HYDRO, Ausgabe 1/2026




