Global Hydro realisiert erfolgreiches revitalisierungsprojekt in Guinea
Bild: © Global Hydro
Gegen Ende letzten Jahres konnte das Kraftwerk Donkéa, rund 130 Kilometer nordöstlich der guineischen Hauptstadt Conakry, wieder zurück in den Regelbetrieb gebracht werden. Die in den 1960ern errichtete Anlage, die in den Jahren zuvor schon starke technische Mängel aufgewiesen hatte, wurde im Rahmen eines umfangreichen Revitalisierungsprozesses von Oktober 2023 bis Ende 2025 auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Dabei setzte der international agierende Wasserkraftspezialist Global Hydro auf die enge Zusammenarbeit zwischen seiner Tochtergesellschaft in Indien und dem Hauptsitz in Österreich. Und dies höchst erfolgreich: Im interkontinentalen Teamwork gelang es, nicht nur die defekte Anlage wieder in ein modernes Wasserkraftwerk zu verwandeln, sondern zudem die Leistung der beiden Francis-Spiralturbinensätze von bislang je 7,65 MW auf je 8,40 MW zu erhöhen. Nach mehreren erfolgreich realisierten Projekten in Afrika setzte Global Hydro mit Donkéa erstmals ein Wasserkraftprojekt in Guinea um und unterstreicht damit seine Kompetenz bei anspruchsvollen Revitalisierungsprojekten.
Kraftwerk Donkéa mit moderner Wasserkrafttechnik revitalisiert
Wasser besitzt das westafrikanische Guinea im Überfluss und verfügt über eines der größten bislang ungenutzten Wasserkraftpotenziale Afrikas. Mit einer real installierbaren Leistung von rund 6 GW und einem technisch nutzbaren Energiepotenzial von etwa 19.400 GWh pro Jahr bringt das westafrikanische Land, das flächenmäßig etwa dem Vereinigten Königreich entspricht, hervorragende natürliche Voraussetzungen für die nachhaltige Stromerzeugung aus Wasserkraft mit. Dennoch ist ein erheblicher Teil dieses Potenzials bis heute unerschlossen oder wird nur eingeschränkt genutzt. In den vergangenen Jahrzehnten lag der Schwerpunkt der Investitionen vorrangig auf dem Bau großer Wasserkraftwerke, die sowohl die nationale Stromversorgung als auch die Wirtschaft über den Energiehandel stärken. Gerade in jüngster Zeit rücken aber auch bestehende kleine und mittlere Wasserkraftanlagen zunehmend in den Fokus. Ihre Modernisierung bietet die Möglichkeit, vorhandene Infrastruktur effizient weiterzuentwickeln und zusätzliche Erzeugungskapazitäten zu erschließen – und dies ohne allzu großen Kostenaufwand. Ein Paradebeispiel dafür: das Kraftwerk Donkéa am Samouru Fluss in der Präfektur Kindia.
Kraftwerk Donkéa nach jahrzehntelangem Betrieb erneuert
Über Jahre hinweg war das Kraftwerk, das ungefähr 130 Kilometer nordöstlich der guineischen Hauptstadt Conakry liegt, mit technischen Problemen in Betrieb gewesen. Daher gab es bereits 2019 erste Bestrebungen, die Anlage elektromechanisch zu sanieren. „Aber dann kam die COVID-Pandemie, und das Projekt wurde auf Eis gelegt“, erzählt der Direktor der indischen Tochtergesellschaft von Global Hydro. Er war von Anfang an direkt involviert, als er und sein Team 2021 erstmalig das Kraftwerk inspizieren konnten. „So wie wir die Anlage damals vorfanden, war sie in absolut keinem guten Zustand: Eine Maschine wurde nur auf Teillast betrieben und wies starke Leckagen an der Wellendichtung auf – und die zweite Turbine war ohnehin seit geraumer Zeit stillgelegt. Die Maschinentechnik aus den 1960er Jahren war desolat – das betraf sowohl die beiden Francis-Spiralturbinen als auch die beiden Generatoren“, so der Direktor der Niederlassung, der in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt lässt: „In der Branche war davon zu hören, dass sich in den letzten 30 Jahren bereits so manches Unternehmen erfolglos an der Sanierung der Anlage versucht hatte.“ Nach der Zeit der Pandemie wurde das Projekt wieder in Angriff genommen, und 2023 wurde Global Hydro der Auftrag zur elektromechanischen Modernisierung des Kraftwerks erteilt.
Warum sich der Betreiber im Fall des Kraftwerks Donkéa für eine Revitalisierung anstelle eines vollständigen Neubaus entschieden hatte, basierte auf mehreren Überlegungen: Zum einen kann die bestehende Infrastruktur gezielt weitergenutzt, zum anderen der Ressourcenverbrauch massiv reduziert und darüber hinaus auch die Projektlaufzeit deutlich verkürzt werden. Gleichzeitig lassen sich die Investitionskosten gegenüber einem Neubau spürbar senken. Dieser Ansatz ist für Wasserkraftbetreiber ganz generell attraktiv, weil er technische Erneuerung, wirtschaftliche Effizienz und einen verantwortungsvollen Umgang mit vorhandenen Ressourcen miteinander verbindet.
Bestandsaufnahme als Basis für die Revitalisierung
Im Herbst 2023 machte sich Global Hydro umgehend an die Bestandsaufnahme der elektromechanischen Ausrüstung, bestehend aus zwei Francis-Spiralturbinen, den Generatoren und sämtlichen Hilfseinrichtungen. Moderne 3D-Vermessungen und eine exakte Erfassung der Bestandsgeometrie sollten ein genaues Bild über die Rahmenbedingungen im Krafthaus liefern. Doch dabei stieß man an Grenzen. „Ungewöhnlich war, dass wir im Vorfeld den Laufrad-Durchmesser nicht kannten, weil zu Beginn keine Konstruktionspläne des Erstausrüsters vorlagen. Die Pläne wurden zwar gefunden, dennoch konnten die exakten Anschlussmaße erst nach erfolgter Maschinendemontage eruiert werden“, erklärt der Projektleiter. Er verweist darauf, dass man in diesem Punkt bereits in intensivem fachlichen Austausch mit den Ingenieuren von Global Hydro Austria gestanden war, die beim Design der Turbinen ihr Können unter Beweis stellen konnten.

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Engineering unter anspruchsvollen Randbedingungen
Ein wichtiger Punkt, den es zu berücksichtigen galt, ergab sich aus der Dimension der bestehenden Rohrleitung: Diese erforderte, dass bei der Einlaufklappe mit DN1700 eine Zwischengröße entwickelt werden musste. Aufgrund der vergleichsweise kleinen Rohrdimension stellte auch die Strömungsgeschwindigkeit eine besondere Herausforderung dar. „Bedingt durch die schon kleinere Einlaufklappe sowie die räumlichen Vorgaben, resultierend aus Einlaufrohrachse und Saugrohrachse, mussten sämtliche Bauteile an diese Einbauverhältnisse angepasst und entsprechend optimiert werden“, führt Simon Hofmann, Team Lead Engineering Francis bei Global Hydro im Detail aus. Außerdem war kundenseitig gefordert, dass das Laufrad nach unten hin ausbaubar sein muss. Dementsprechend musste die Zugänglichkeit im Saugrohrbereich sowie das Turbinendesign adaptiert werden.
Im Hinblick auf das Laufrad-Design nutzte man für die beiden Donkéa-Maschinensätze ein Referenzlaufrad aus der Eigenentwicklung von Global Hydro, für das umfangreiche Prototypmessungen und CFD-Auswertungen vorlagen. Das Referenzdesign wurde folglich für die Bedingungen im Kraftwerk Donkéa numerisch weiterentwickelt und bestmöglich adaptiert. „Konkret bedeutete das nicht nur die Anpassung des Laufrads an die vorhandene Saugrohrgeometrie unter Nutzung neuester CFD-optimierter Geometrie-Generation, sondern auch die Optimierung des Zusammenspiels zwischen Laufrad, Leitapparat und bestehendem Saugrohr“, erklärt Lorenz Neururer, Team Lead HydroLab bei Global Hydro. Die beiden Laufräder wurden vom Design her am Standort in Oberösterreich entwickelt, dort 2024 gefertigt und anschließend nach Westafrika geliefert.

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Reverse-Engineering mit eigenen Herausforderungen
Während also Laufrad-Design und -fertigung in den Händen von Global Hydro Austria lagen, war das Team des Tochterunternehmens vor allem für die Aufgaben vor Ort verantwortlich. Der Projektleiter von Global Hydro verweist darauf, dass die Vorgehensweise zu einem wesentlichen Teil aus dem sogenannten „Reverse-Engineering“ – also einer technischen Rekonstruktion – besteht. Die Herausforderungen, die damit verbunden sind, resultierten zum einen aus beengten räumlichen Verhältnissen, aus den möglichen Unwägbarkeiten einer älteren Infrastruktur und natürlich aus der geforderten Präzision. Dabei bedeutete Revitalisierung im Fall des Kraftwerks Donkéa im Wesentlichen eine komplette Erneuerung des elektromechanischen Equipments. Im Krafthaus wurden rund 95 Prozent der Ausrüstung erneuert – von Turbine und Generator angefangen, über Hilfseinrichtungen, Aggregate, bis zu Kabel und Steuerungspaneele wurde alles neu gemacht. Erhalten blieben im Wesentlichen nur das Saugrohr und die Baustruktur des Maschinenhauses.
Die eigentliche Ingenieurleistung dieses Projekts reicht somit im Grunde weit über den Austausch elektromechanischer Komponenten hinaus. Ziel war es, eine vollständig neue Anlagentechnik präzise in die bestehende Kraftwerksgeometrie zu integrieren – eine Aufgabe, die höchste Planungs- und Entwicklungskompetenz erforderte. Mithilfe einer detaillierten 3D-Bestandsaufnahme, Reverse Engineering sowie CFD-gestützter Strömungssimulationen gelang es den Ingenieuren von Global Hydro, die neue Turbinentechnologie exakt auf die vorhandenen Einbauverhältnisse abzustimmen.

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Global Hydro liefert komplette elektromechanische Ausrüstung
In Summe umfasste der Lieferumfang von Global Hydro neben den Turbinen-Generator-Sätzen auch die Steuerungs- und Schutzsysteme, Turbinenregler, Hauptabsperrorgane, Transformatoren, Schaltanlagen, die Integration in das SCADA-System sowie sämtliche zugehörigen mechanischen und elektrischen Nebenanlagen, wie etwa ein komplettes HLK-System für das ganze Maschinenhaus. Außerdem war natürlich auch die Demontage der bestehenden Altanlagen im Auftragspaket von Global Hydro enthalten – ebenso wie der Vertrag für Betrieb und Instandhaltung über einen Zeitraum von fünf Jahren. Als erfahrener Water-to-Wire-Anbieter, der in der Lage ist, alles aus einer Hand zu liefern, verantwortete Global Hydro die komplette elektromechanische Revitalisierung des Kraftwerks – von der Konzeption und dem Engineering über Fertigung, Projektmanagement und Montage bis hin zur Inbetriebnahme. Das bedeutet natürlich, dass auf diese Weise Schnittstellenprobleme vollständig ausgeschlossen werden. Mit dem anschließenden Betriebs- und Wartungsvertrag (Operation & Maintenance) begleitet das Unternehmen den Betreiber auch langfristig und gewährleistet eine nachhaltige Anlagenperformance über den gesamten Lebenszyklus.

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Verzögerungen in der internationalen Lieferkette
Neben den technischen Herausforderungen, die das Projekt prägten, beeinflussten auch externe Faktoren den Ablauf. Zeitweise kam es zu erheblichen Verzögerungen in der internationalen Lieferkette und bei der Hafenlogistik, wodurch sich einzelne Lieferungen um mehrere Monate verschoben. Dank einer engen Zusammenarbeit zwischen den Projektteams vor Ort und den Engineering-Standorten konnte der Terminplan dennoch an die Anforderungen angepasst und das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden.
Starke Zusammenarbeit zwischen Österreich und Indien
In der Rückschau führt der Direktor der Niederlassung von Global Hydro in Indien vor allem einen Punkt als zentrale Voraussetzung für Projekte dieser Art an: „Wie bei Global Hydro üblich, ist eine umfangreiche und hochpräzise 3D-Bestandsaufnahme unumgänglich. Für ein perfektes Ergebnis sollte man dafür möglichst viel Zeit und Aufwand investieren.“
Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Standorten, die geografisch weit voneinander entfernt liegen, stellte sich letztlich über die gesamte Umsetzungsphase als äußerst erfolgreich dar. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Hauptsitz von Global Hydro in Österreich und dem Tochterunternehmen in Indien erwies sich als wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts. Das zeigte sich nicht zuletzt in der engen Kooperation, den regelmäßigen Abstimmungen online sowie bei gemeinsamen Baustellenbesuchen. Daher freut man sich auch am Hauptsitz in Österreich über die gelungene Kooperation, bei der beide Teams ihre jeweiligen Stärken optimal einbringen konnten. Auf diese Weise konnten auch Synergien bestmöglich genutzt werden.

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Modernisierung steigert Leistung um rund zehn Prozent
Um das Projekt im Zeitplan abzuwickeln, wurde im Februar 2025 mit den Montagearbeiten begonnen. Waren sämtliche Bauteile und Maschinen einmal auf der Baustelle eingetroffen, verlief die Montage sehr zügig. So wurden etwa die Turbinen innerhalb von nur 2 Monaten professionell installiert – eine rekordverdächtige Zeit. Nachdem die Maschinensätze kurz vor dem Jahreswechsel in Betrieb genommen worden waren, konnte das Kraftwerk Donkéa wieder ans Netz genommen werden.
Schon die Inbetriebnahmephase und die ersten Betriebswochen bestätigten sämtliche Erwartungen an die neue Maschine: Die installierte Gesamtleistung konnte von in Summe 15,3 MW auf nunmehr 16,8 MW erhöht werden. Das bedeutet eine massive Leistungssteigerung um circa 10 Prozent. Mit der erfolgreichen Revitalisierung des Kraftwerks Donkéa wurde nicht nur die Leistungsfähigkeit der Anlage nachhaltig gesteigert, sondern zugleich die Grundlage für einen wirtschaftlichen und sicheren Betrieb über viele Jahre geschaffen. Moderne Turbinentechnologie, leistungsfähige Steuerungs- und Schutzsysteme sowie die gezielte Erneuerung zentraler Komponenten erhöhen die Anlagenverfügbarkeit, reduzieren den Wartungsaufwand und verlängern die Lebensdauer der gesamten Anlage. Für den Betreiber bedeutet dies eine langfristig sichere Betriebsführung, eine höhere Wirtschaftlichkeit und die Gewissheit, dass bestehende Infrastruktur auch künftig zuverlässig zur nachhaltigen Energieversorgung beitragen kann.

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Kraftwerk Donkéa stärkt Energieversorgung in Kindia
„Wir können heute auf ein erfolgreiches Kraftwerksprojekt zurückblicken, das keineswegs einfach zu realisieren war“, resümiert der Direktor des Tochterunternehmens von Global Hydro in Indien. Er verweist darauf, dass das Kraftwerk Donkéa nicht zu den größten Wasserkraftwerken Guineas zählt, es aber trotzdem von großer Bedeutung für die Region sei. Schließlich versorgt das Kraftwerk Fabriken sowie kleinere Dörfer und Siedlungen in der Präfektur Kindia. Das Projekt Donkéa zeigt exemplarisch, wie bestehende Wasserkraftwerke durch moderne elektromechanische Ausrüstung, präzises Engineering und internationale Zusammenarbeit nachhaltig modernisiert und leistungsfähiger gemacht werden können. Gleichzeitig unterstreicht es die Kompetenz von Global Hydro bei komplexen Revitalisierungsprojekten unter anspruchsvollsten Rahmenbedingungen.
Erschienen in zek HYDRO, Ausgabe 4/2026