3D-Simulation stärkt die Innovationskraft von WATEC-Hydro

22. Juli 2026, Lesedauer: 5 min

Bild: © WATEC-Hydro

Nach einem außergewöhnlich erfolgreichen Jahr 2025 blickt der bayerische Turbinenhersteller WATEC-Hydro mit viel Zuversicht in die Zukunft. Seit mehr als zwei Jahrzehnten steht das Unternehmen mit seinen Maschinen für Qualität und Verlässlichkeit in der Wasserkraftbranche. Rund 400 realisierte Kleinwasserkraftwerke in Europa zeugen von der Erfahrung und Leistungsfähigkeit des mittelständischen Unternehmens aus dem Unterallgäu. Dass der Blick dabei konsequent nach vorn gerichtet ist, zeigt der hohe Stellenwert von Innovation und Forschung bei WATEC-Hydro: Dank wissenschaftlicher Untersuchungen ist es im vergangenen Jahr gelungen, das hydraulische Design der Turbine weiter zu optimieren.

3D-Simulation eines Laufrads mit farbigen Stromlinien zur Visualisierung der herrschenden Strömungsdynamik.
Strömungsmodell des WATEC-Laufrads in der 3D-CFD-Simulation: Unter realen Bedingungen sind Effizienzsteigerungen von 3 –4 % erwartbar.
© WATEC-Hydro

3D-Simulation optimiert Kaplan-Turbinen von WATEC-Hydro

Für WATEC-Geschäftsführer Dr.-Ing. Daniel Brumme ist eines klar: In einer schnelllebigen Zeit bedeutet Stillstand Rückschritt. Aus diesem Grund wollte der CEO des Unternehmens das hydraulische Design der eigenen Turbinen noch einmal auf den Prüfstand der Wissenschaft stellen: „Die letzten Jahrzehnte haben klar bewiesen, dass unser Qualitätsstandard hoch und das Turbinendesign prinzipiell gut sind. Trotzdem war es uns wichtig, das Design mit modernsten wissenschaftlichen Methoden zu prüfen und mögliches Optimierungspotenzial zu eruieren. Daher haben wir eine diesbezügliche Zusammenarbeit mit den Spezialisten des Fachbereichs Dynamik der Universität Stuttgart gesucht, die diesen Fragestellungen Anfang letzten Jahres mittels fortschrittlicher 3D-Simulationsverfahren nachgegangen sind“, erklärt Daniel Brumme und ergänzt: „Schließlich geht es für uns auch darum, unsere hohen Qualitätsstandards langfristig zu sichern.“

Optimierte Anströmung steigert den Turbinenwirkungsgrad

Bei einer doppelt regulierten Kaplan-Turbine, wie sie WATEC-Hydro anbietet, stand insbesondere die Frage im Fokus: Wie lässt sich die optimale Abstimmung zwischen Leitrad- und Laufradposition realisieren, um die bestmögliche Gesamtperformance der Anlage zu erzielen? „Das Hauptziel lag grundsätzlich in der Effizienzsteigerung – sowohl im Teillast- als auch im Volllastbetrieb. Darüber hinaus spielten jedoch weitere Faktoren eine Rolle, wie beispielsweise die Minimierung ungünstiger Anströmbedingungen, die u.a. Schwingungen oder Kavitation auslösen können,“ erklärt Dr.-Ing. Daniel Brumme, der im Rahmen seiner Dissertation selbst technische Forschungen im Bereich 3D-Simulation durchgeführt hat. Am Ende gelang es den Forschern am Dynamik-Institut der Universität Stuttgart zu zeigen, dass eine theoretische Effizienzsteigerung von 5–6 % über einen weiten Betriebsbereich bei idealisierten Annahmen möglich ist. Das WATEC-Team rechnet auf dieser Basis unter realen Einsatzbedingungen mit Effizienzsteigerungen von 3–4 %.

Vier türkisfarbene WATEC Hydro Turbinen in einer Industriehalle vor hohen Lagerregalen.
Seit über 20 Jahren fertigt WATEC-Hydro am Standort im Unterallgäuer Heimertingen hochwertige Turbinen für den Niederdruckbereich.
© WATEC-Hydro

WATEC-Hydro baut seine internationale Präsenz aus

WATEC-Hydro hat sich über die letzten zwei Jahrzehnte im DACH-Raum etabliert und genießt einen entsprechend guten Ruf. Darüber hinaus konnte das Unternehmen in jüngster Vergangenheit aufzeigen, dass man bereit ist, sich international etwas breiter aufzustellen und auch Aufträge aus dem gesamteuropäischen Markt zu übernehmen. So wurden zuletzt Kraftwerksprojekte in Italien, Frankreich und Spanien sowie in Ost- und Nordeuropa gestartet. Ein logischer Entwicklungsschritt für WATEC-Hydro, das dabei dennoch seinen Schwerpunkt im DACH-Raum sieht.
Eine feste Bestandsgröße stellt die Marke WATEC-Hydro neben dem Heimmarkt seit geraumer Zeit auch im benachbarten Österreich dar, wo man auf eine lange Referenzliste verweisen kann. Um diese Präsenz weiter zu festigen und auszubauen, setzt das Unternehmen aus dem Unterallgäu nun auf eine strategische Partnerschaft in der Alpenrepublik. „Nachdem wir in der Vergangenheit sehr gut und erfolgreich mit der Montage-Firma Bau-Ma-Energy aus dem niederösterreichischen Traismauer zusammengearbeitet haben, steht nun der Aufbau einer Kooperation auf der Agenda. Ziel ist es, auf diese Weise noch näher bei unseren Kunden in Österreich zu sein“, erklärt Geschäftsführer Dr.-Ing. Daniel Brumme und verweist darauf, dass die vertieften Gespräche zwischen den Unternehmen bereits weit fortgeschritten seien. „Ich bin optimistisch, dass wir in Bälde mit der Firma Bau-Ma-Energy quasi eine Zweigstelle für WATEC-Hydro in Österreich anbieten können.“

Gelbe Watec Hydro Wasserturbine in einem Betonraum mit blauer Halterung und Metallgeländer zur Energieerzeugung.
Bei WATEC-Hydro ist der Fokus nach wie vor auf Forschung und Entwicklung gerichtet. Im Bild der Maschinensatz im Kraftwerk Moosbrunnen.
© WATEC-Hydro

Maßgeschneiderte Lösungen für Bestandskraftwerke

Seine große Kompetenz beweist das bayerische Wasserkraftunternehmen nicht nur bei Maschinen für Neuanlagen, sondern ebenso bei der Adaption von Bestandsanlagen. Gerade deren Umbau und die dabei erforderlichen Anpassungen erfordern ein hohes Maß an Know-how und Erfahrung. Zahlreiche Parameter – die von baulichen Besonderheiten über beengte räumliche Bedingungen oder veraltete Anschlüsse bis hin zu fehlenden Plänen reichen – machen den Einbau von Turbinen in alte Bestandsanlagen zu einer besonderen Herausforderung. Schließlich geht es auch nicht darum, was technisch machbar wäre. Wichtiger ist: Wie kann das Projekt wirtschaftlich umgesetzt werden? Dabei schaut man – wie die Experten von WATEC-Hydro betonen – weniger auf das „zweite Zehntel hinter dem Komma“ im Wirkungsgrad der Maschine, sondern vielmehr auf die Frage: Wie kann baulich und maschinell ein optimierter Weiterbetrieb des Kraftwerks mit neuer Technik sichergestellt werden – effizient, zuverlässig und wirtschaftlich. Diese Herangehensweise macht den Wasserkraftspezialisten aus dem Unterallgäuer Heimertingen zu einem verlässlichen Partner für wirtschaftliche Wasserkraftprojekte. Mit der Erfahrung aus über 20 Jahren, technischer Innovationskraft und einem klaren Fokus auf individuelle Kundenlösungen setzt WATEC-Hydro Maßstäbe in der Nutzung von Wasserkraft an Niederdruckstandorten.

Für weitere Informationen steht WATEC Ihnen gerne zur Verfügung. Erfahren Sie mehr über das Unternehmen unter:
www.watec-hydro.de.

Erschienen in zek HYDRO, Ausgabe 1/2026