Innovative Reinigung mit kalter Druckluft bringt Wasserkraft-Generatoren wieder auf Vordermann

27. Oktober 2026, Lesedauer: 8 min

Bild: © Egger PowAir

Egger PowAir Cleaning steht für technische Reinigung dort, wo klassische Methoden an ihre Grenzen stoßen – bei sensiblen Anlagen, komplexen Oberflächen und technischen Komponenten, die ohne mechanische Belastung gereinigt werden müssen. Genau aus diesem Anspruch heraus wurde das Cold PowAir KDL-Verfahren entwickelt. Es basiert auf kalter, trockener und vollständig aufbereiteter Druckluft und folgt einem klaren Grundsatz: reinigen, ohne zu zerstören, und wirken, ohne Rückstände zu hinterlassen. Dabei geht es nicht nur um Sauberkeit, sondern um den Schutz funktionaler Systeme und deren langfristige Betriebssicherheit. Heute wird das Verfahren mobil, zertifiziert und europaweit eingesetzt – rund um die Uhr und in über 4.000 Projekten. Gerade in der Energiebranche, insbesondere in der Wasserkraft, zeigt sich, dass Reinigung kein optisches Thema ist, sondern ein direkter Beitrag zu Betriebssicherheit, Effizienz, Werterhalt und Verfügbarkeit. In diesem Umfeld entscheidet die Qualität der Reinigung oft direkt über Zuverlässigkeit und Lebensdauer der Anlage. Im Gespräch mit zek HYDRO erörtert ­Egger PowAir-Geschäftsführer Robert Egger die Funktion des KDL-Verfahrens und wie Wasserkraftbetreiber von der Anwendung des Systems profitieren können.

Techniker prüft mit einem Messgerät die Antriebswelle einer großen Industriemaschine in einer Werkstatt.
Geschäftsführer Robert Egger hat das KDL-Verfahren entwickelt.
© Egger PowAir

zek: Für welche „großen“ Kunden/Betreiber – auch abseits der Wasserkraft – ist/war Egger PowAir Cleaning bereits tätig?
Egger: Wir arbeiten heute für Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen – von Industrie über Mobilität bis hin zur Energieerzeugung sowie Pharma- und Elektronikbereichen. Zu den öffentlich genannten Referenzen zählen unter anderem ABB, Siemens, ÖBB, TIWAG, Kelag, Andritz, Voith und Bilfinger sowie Mondi, Lenzing Technik, Salzburg AG, Zeiss, Baxter, Bayer und Infineon. Im internationalen Energiesektor arbeiten wir zudem mit EDF, E.ON, RWE, AXPO und Verbund zusammen. Für mich ist diese Bandbreite die beste Bestätigung: Unser Verfahren funktioniert überall dort, wo sensible Technik, hohe Anlagenverfügbarkeit und sichere Prozesse entscheidend sind. Vertrauen entsteht dabei nicht durch Marketing, sondern durch verlässliche Ergebnisse im laufenden Betrieb und durch partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Betreibern.

zek: Wie viele Generatoren/Wasserkraftanlagen hat Egger auf seiner Referenzliste?
Egger: Wir sind seit vielen Jahren im Wasserkraftbereich tätig und kennen die Anforderungen an Hydro-Generatoren sehr genau. Eine konkrete Anzahl an Anlagen ist aus meiner Sicht weniger entscheidend als die Fähigkeit, Prozesse im Kraftwerk zu verstehen und sicher umzusetzen. Entscheidend ist das Verständnis für technische Zusammenhänge und die Fähigkeit, sich auf unterschiedliche Anlagenkonzepte einzustellen. Was wir belastbar sagen können: Mit über 4.000 Projekten verfügen wir über ein sehr breites Erfahrungsfundament – auch bei Generatoren, Turbinen und komplexen energietechnischen Systemen. Entscheidend ist, dass wir Abläufe im Betrieb kennen, Risiken realistisch einschätzen und auch in engen Stillstandsfenstern zuverlässig liefern. Genau diese Kombination aus Erfahrung und Umsetzungskompetenz ist für Betreiber ausschlaggebend.

Industriearbeiter im Schutzanzug bei der Wartung im Inneren eines großen, roten Generator-Stators in einem Kraftwerk.
Das KDL-Verfahren funktioniert überall dort, wo sensible Technik, hohe Anlagenverfügbarkeit und sichere Prozesse entscheidend sind.
© Egger PowAir

zek: Wie ist das KDL-Verfahren entstanden?
Egger: Das KDL-Verfahren ist nicht im Labor entstanden, sondern direkt aus der Praxis. Ausgangspunkt war eine klare Frage: Wie lassen sich sensible technische Systeme effektiv reinigen, ohne sie durch Feuchtigkeit, Chemie oder mechanische Einwirkung zu belasten? Diese Fragestellung ergab sich aus realen Herausforderungen im Betrieb und dem Bedarf nach einer verlässlichen Lösung. Seit 2009 entwickeln wir diese Lösung konsequent weiter. Es ging dabei nie um eine möglichst spektakuläre Technologie, sondern um eine funktionierende, sichere und reproduzierbare Lösung für reale Anforderungen. Dass sich daraus ein Verfahren entwickelt hat, das heute in vielen Branchen eingesetzt wird, bestätigt für mich: Innovation entsteht dort, wo praktische Probleme konsequent analysiert und technisch sauber gelöst werden.

zek: Wie hoch ist der Druck, der beim KDL-Verfahren zum Einsatz kommt?
Egger: Eine der häufigsten Fehlannahmen ist, dass viel Druck automatisch viel Wirkung bedeutet. Genau so arbeiten wir nicht. Beim KDL-Verfahren ist der Druck stufenlos von 0,1 bis 24 bar einstellbar. Diese Bandbreite erlaubt es uns, sehr differenziert auf unterschiedliche Anforderungen einzugehen und die Reinigung exakt zu steuern. Damit können wir sowohl hochsensible Strukturen schonend reinigen als auch hartnäckigere Ablagerungen gezielt lösen. Entscheidend ist nicht maximale Kraft, sondern die präzise Anpassung an Oberfläche, Material und Verschmutzungsgrad. Genau diese Steuerbarkeit ist in der Praxis der wesentliche Unterschied und reduziert das Risiko für Schäden erheblich.

Industrielle Trockeneisreinigung einer Generator-Statorwicklung durch einen Techniker in blauer Schutzkleidung.
Die Fachkräfte von Egger PowAir sind bestens qualifiziert und geschult.
© Egger PowAir

zek: Was zeichnet die spezielle Druckluft aus, die beim KDL-Verfahren zum Einsatz kommt?
Egger: Der Kern unseres Verfahrens ist nicht einfach Druckluft, sondern gezielt aufbereitete Luftqualität. Die eingesetzte Luft ist vollständig ölfrei, getrocknet und gefiltert und erfüllt damit höchste Anforderungen an technische Reinheit. Gerade in der Energie- und Wasserkraft ist das entscheidend, weil sensible Komponenten wie Wicklungen, Rotoren oder Isolationssysteme nicht zusätzlich belastet werden dürfen. Diese Reinheit ist daher kein technisches Detail, sondern ein zentraler Bestandteil unseres Leistungsversprechens und Voraussetzung für eine sichere Anwendung in kritischen Bereichen.

zek: Was unterscheidet das KDL-Verfahren durch andere Verfahren, die bei der Reinigung von Generatoren zum Einsatz kommen?
Egger: Das KDL-Verfahren arbeitet vollständig trocken, berührungslos und nicht abrasiv. Wir verzichten bewusst auf Wasser, Chemie, Lösungsmittel oder Strahlmittel. Dadurch entsteht ein klarer Unterschied zu vielen klassischen Reinigungsmethoden. Dadurch vermeiden wir typische Risiken wie Feuchtigkeit im System, chemische Rückstände, zusätzlichen Entsorgungsaufwand oder mechanische Belastung. Gerade bei Generatoren ist das ein wesentlicher Vorteil, weil es um hochsensible technische Bereiche geht, in denen jede zusätzliche Einwirkung kritisch sein kann.

zek: Ist es erforderlich, einen Generator zur Anwendung des KDL-Verfahrens zu demontieren?
Egger: Ob eine Demontage erforderlich ist, hängt immer von der konkreten Anlage ab. Was wir aus der Praxis sagen können: In vielen Fällen ist keine vollständige Zerlegung notwendig, weil wir direkt vor Ort und auch in schwer zugänglichen Bereichen arbeiten können. Das reduziert Stillstandszeiten und organisatorischen Aufwand erheblich. Gleichzeitig gilt klar: Jede Anlage ist individuell zu betrachten. Pauschale Aussagen wären in diesem Umfeld nicht seriös. Eine fundierte Bewertung erfolgt immer auf Basis der konkreten technischen Gegebenheiten.

zek: Wo stößt das KDL-Verfahren an seine Grenzen?
Egger: Das KDL-Verfahren ist ein Reinigungsverfahren und kein Reparatur- oder Abtragsverfahren. Dort, wo strukturelle Schäden vorliegen oder Material bewusst entfernt werden muss, braucht es andere Lösungen oder ergänzende Gewerke. Diese klare Abgrenzung ist technisch notwendig. Für mich ist diese Grenze kein Nachteil, sondern ein Qualitätsmerkmal. Ein gutes Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass seine Stärken klar definiert sind und es gezielt dort eingesetzt wird, wo es den größten Nutzen bringt.

zek: Welche Qualifikationen zeichnen die Mitarbeiter von ­Egger PowAir Cleaning aus?
Egger: Ein Verfahren ist nur so gut wie die Menschen, die es anwenden. Deshalb arbeiten bei uns ausschließlich qualifizierte Fachkräfte mit SCC-Zertifizierung, regelmäßigen Schulungen und fundiertem technischem Verständnis. Unsere Teams sind für Arbeiten unter Spannung, Industrieklettern, Hubsteiger-Einsätze und Behälterbefahrungen ausgebildet. Ergänzt wird das durch TÜV-Zertifizierungen und eine konsequent gelebte Sicherheits- und Qualitätskultur, die im täglichen Einsatz umgesetzt wird.

Arbeiter in Schutzkleidung führt Trockeneisreinigung an einem großen orangefarbenen Generator-Stator durch.
Die im oberösterreichischen Mondsee ansässige Egger PowAir Cleaning GmbH hat ihre Kompetenz mittlerweile bei mehr als 4.000 Projekten in ganz Europa unter Beweis gestellt.
© Egger PowAir

zek: Konnte das Verfahren seit der Entwicklung weiter optimiert werden?
Egger: Das Verfahren hat sich seit 2009 kontinuierlich weiterentwickelt. Neue Anwendungen, Branchenlösungen und mobile Einsatzkonzepte haben es laufend geschärft und an unterschiedliche Anforderungen angepasst. Für mich ist klar: Innovation ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein Prozess. Jede Anlage bringt neue Anforderungen – und genau daraus entsteht Weiterentwicklung in Technik, Sicherheit und Umsetzung sowie in der organisatorischen Abwicklung der Projekte.

zek: Welche Leistungssteigerungen im Wasserkraftsektor sind durch eine professionelle Reinigung mit dem KDL-Verfahren möglich?
Egger: Ich halte nichts von pauschalen Leistungsversprechen in Prozent, weil jede Anlage unterschiedlich ist und unterschiedliche Ausgangssituationen hat. Eine seriöse Bewertung muss immer im konkreten Kontext erfolgen. Was wir aber klar sagen können: Eine professionelle Reinigung verbessert die Voraussetzungen für einen stabilen, sicheren und effizienten Betrieb deutlich. Sie reduziert Verschmutzungen, erleichtert Wartung und Inspektion und erhöht die Verfügbarkeit sowie die langfristige Betriebssicherheit.

zek: Warum sollten sich Wasserkraftbetreiber für die Anwendung des KDL-Verfahrens entscheiden?
Egger: Unser Anspruch war nie, einfach nur sauber zu machen. Unser Anspruch war immer, eine Lösung zu entwickeln, die dort funktioniert, wo Technik sensibel ist, Verfügbarkeit kritisch wird und Sicherheit nicht verhandelbar bleibt. Genau deshalb ist das Cold PowAir KDL-Verfahren heute für viele Betreiber mehr als nur eine Reinigungsmethode – es ist ein technischer Beitrag zu einem stabilen, sicheren und langfristig verlässlichen Anlagenbetrieb.

zek: Vielen Dank für das Gespräch.

Erschienen in zek HYDRO, Ausgabe 2/2026